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| Die Technik des Pietra-Dura wurde als “commesso di pietre dure” in den Hofwerkstätten der Medici in Florenz Ende des 16. Jh. entwickelt. Nach dem Tode von Herzog Francesco de Medici verpflichtete sein Sohn Ferdinando de Medici 1588 die besten Steinschneider an seinen Hof und richtete ihnen in den Uffizien ein eigenes Atelier ein. Durch die Konzentration der besten Künstler an einen Ort und die Weiterentwicklung der Werkzeuge entstanden wundervolle Arbeiten, die auch heute noch im “Opificio e Museo delle Pietre Dure” in Florenz besichtigt werden können. |
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Im Übergang von der Renaissance zum Barock waren die Stilmittel des Manierismus und das assoziative Spiel sehr beliebt. Die gesellschaftliche Funktion der Pietra-Dura-Arbeiten bestand u.a. darin, dass die Verwendung ungewöhnlicher Materialien überraschend wirken sollte, um die feine Hofgesellschaft zu unterhalten. Hinzu kam der Aspekt, dass edle Steine in der Hierarchie der Natur eine vergleichbar hohe Stellung einnahmen wie die Fürsten innerhalb der Gesellschaft.
Durch verwandtschaftliche Beziehungen der Herrscherhäuser und durch die
Bewunderung für diese wunderschöne florentiner Kunst entstanden im 17. Jh. auch an anderen Adelshäusern entsprechende Werkstätten. So ließ z. B. Kaiser Rudolf II. unter der Leitung des florentiner Künstlers Cosimo Castrucci eine Steinschneider-Werkstatt in Prag einrichten, in der erstmalig neben ornamentalen und floralen Darstellungen auch Landschaftsmotive in Pietra-Dura nach zeitgenössischen Bildern entstanden. |
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Als der Mogulkaiser Shah Jahan am Beginn des 17. Jh. das Taj-Mahal errichten ließ, waren es florentiner Steinschneider, die maßgeblich an der Gestaltung der üppigen Pietra-Dura-Fassade beteiligt waren. Nachdem dieser Prachtbau über die Jahrhunderte dem Verfall ausgesetzt war, waren es wieder italienische Kunsthandwerker, die Ende des 19. Jh. im Auftrag der britischen
Krone an der Restaurierung beteiligt waren. |
| 1767 wurde in Madrid eine Manufaktur gegründet. Im Palacio Real und im Prado in Madrid stehen herrliche Prunktische. In einigen oberitalienischen Domen und Kirchen finden sich sehenswerte Altäre in Pietra-Dura aus der Zeit des frühen 18. Jh. |
Auch an vielen deutschen Fürstenhöfen wie Augsburg, Potsdam, Kassel und Braunschweig entstanden im 17. Jh. unter dem Einfluß des florentiner Mosaiks bedeutende Prunkmöbel, die zum Großteil erhalten und in verschiedenen Museen zu besichtigen sind. In der Münchner Residenz stehen z. B.
10 Prunktische aus Florenz. Im Schloß Favorite, Rastatt gibt es ein Florentiner Zimmer mit zahlreichen Bildern und Miniatur-Portraits sowie einen Prunktisch mit Landschaftsdarstellungen.
Die wohl größte Pietra-Dura-Sammlung der Welt ist in der Wiener Hofburg zu bestaunen. Neben Schränken und Tischen befinden sich im “Pietra-Dura-Zimmer” insgesamt 67 Bilder. |