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Die fast vergessene Steinschneidekunst gehört zu den schönsten, aber auch schwierigsten Handwerkskünsten überhaupt !
Diese Kunst ist auch unter dem Namen Pietra-Dura bekannt (Mehrzahl: Pietre-Dure). Der überwiegende Anteil dieser Steinmosaik-Kunst wird auch “Florentiner Mosaik” genannt.

Die Kunst, edle Steine zu schneiden und zu bearbeiten, wird auch zusammenfassend als “Glyptik” bezeichnet. Das Wort “Glyptik” leitet sich vom altgriechischen “glyphein” ab, was soviel bedeutet wie “aushöhlen, herausschnitzen” oder auch “in den Stein eingraben”.

Waren es zunächst die bunten Kiesel aus dem Flußbett des Arno, so wurden später mehr und mehr edlere Steine wie Lapislazuli, Malachit, unterschiedliche Jaspis- und Achat-Arten etc. sowie farbige Marmor-Sorten aus vielen Ländern der Welt und organische Materialien wie Koralle oder Perlmutt verarbeitet.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene
Arbeitstechniken entwickelt:
Beim „Comessi di Pietre dure“ werden die
verschiedenen Farbstein-Partien der einzelnen Bildelemente ähnlich einer Laubsägearbeit ausgeschnitten, zusammengepresst und schließlich auf eine Trägerplatte aufgebracht.
Beim „Intarsia di Pietre Dure“ werden die
einzelnen Stückchen in vorher ausgeschnittene Aussparungen eingesetzt (intarsiert). Das Ganze wird zum Schluß auch wieder auf eine Trägerplatte aufgeklebt.

Besonders aufwändig ist die Technik,
bei der flache, aus Steinplättchen ausge-
schnittene Bild-Elemente (z.B. in Form von
Blüten und Blättern) in vorher ausgeformte
Vertiefungen einer Marmorplatte so eingelegt
werden, dass daraus bildhafte Darstellungen
entstehen.

Das Zusammenfügen der einzelnen Intarsien geschieht also wie bei einer Marketterie, mit dem Unterschied, dass kein Holz, sondern Steine verwendet werden. Dabei werden die natürlichen Strukturen, Maserungen und Schattierungen der einzelnen Steine so berücksichtigt, dass sie dem natürlichen Original möglichst nahe kommen; und oft auch in der Art, dass ein dreidimensionaler Eindruck entsteht.

Die Pietra-Dura-Kunst ist in Florenz seit über 400 Jahren erhalten geblieben.
So wie früher wird auch heute noch
Pietra-Dura
zum Schmuck von Prunktischen verwendet. Daneben wurde diese Kunst bei der Verzierung von Schränken, Kabinetten, Altären, Wandbildern und Schmuck-Kästen angewendet. Schmuckstücke wie Broschen, Colliers etc. sowie kleine Schmucktäfelchen und Schreibtisch-Utensilien waren und sind beliebte Reiseandenken aus Florenz.



 

 
 
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