deutsche Version version française        
 
 
 

Nur wenige hochbegabte Künstler sind in der Lage, die aufwändige Intarsien-Technik des Pietra-Dura
zu beherrschen, da sämtliche Arbeitsschritte in Handarbeit ausgeführt werden müssen.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Arbeitstechniken entwickelt: Beim „Comessi di Pietre dure“ werden die verschiedenen Farbstein-Partien der
einzelnen Bildelemente ähnlich einer Laubsägearbeit ausgeschnitten, zusammengepresst und schließlich auf eine Trägerplatte aufgebracht.

Beim „Intarsia di Pietre Dure“ werden die einzelnen Stückchen in vorher ausgeschnittene Aussparungen eingesetzt (intarsiert). Das Ganze wird zum Schluss auch wieder auf eine Trägerplatte aufgeklebt.
Besonders aufwändig ist die Technik, bei der flache, aus Steinplättchen ausgeschnittene Bild-Elemente (z.B. in Form von Blüten und Blättern) in vorher ausgeformte Vertiefungen einer Marmorplatte so eingelegt werden, dass daraus bildhafte Darstellungen entstehen.

Für jedes Kunstwerk wird zunächst ein zeichnerischer Entwurf angefertigt, der dann auf eine vorgeschnittene und rohgeschliffene Marmor-Platte übertragen wird. Während die eine Gruppe von Künstlern damit beschäftigt ist, jedes einzelne Blütenblatt oder jedes einzelne Blatt-Teil aus Halbedelstein- oder Marmor-Plättchen herauszuschneiden, sind andere damit beschäftigt, mittels kleiner Stichel, Bohrer und Fräsen die entsprechenden Vertiefungen aus der Marmorplatte herauszuarbeiten.



Oft muß mehrfach nachgefeilt und angepasst werden, bis sich jedes einzelne Plättchen genau einfügt. Vielfach wird der vorhandene Farbverlauf der Halbedelsteine und Marmor-Scheibchen dazu benutzt, um z.B. die natürliche Maserung von Blättern und Blüten darzustellen.
Pietra-Dura Platte während der Arbeit
hier das Endergebniss nach langer Arbeit

Die ohnehin schon dekorative Ausstrahlung farbiger Steine wird durch das Kunsthandwerk des Pietra-Dura noch verfeinert. Jede Farbe einer Pietra-Dura-Tischplatte wird aus einer anderen Steinscheibe ausgeschnitten: z. B. rote Blüten aus Karneol, rosa Blüten aus Aprikosen-Achat, blaue aus Lapislazuli, feine Holzzweige aus Leoparden-Jaspis, Früchte aus Streifen-Achaten oder Zitronen-Chrysopras, grüne Blätter aus Malachit oder gestreiftem Marmor. Oft werden für eine Blüte bis zu 80 einzelne Stein-Scheibchen verwendet.
Das Rohmaterial für diese aufwändige Arbeit stammt aus vielen Ländern der Erde. Neben vielen italienischen Marmor-Sorten werden z. B. Malachit aus Südafrika, Lapislazuli aus Afghanistan, indischer Jaspis, See-Opal aus Neuseeland, schwarzer belgischer Marmor etc. verarbeitet.

Die Stein-Intarsien werden mit speziellen Klebstoffen in die vorbereiteten Vertiefungen ein-
gesetzt. Zuletzt wird die Oberfläche mehrfach geschliffen und poliert, so lange, bis das Kunstwerk in seiner ganzen Pracht erstrahlt. Wie bei fast jedem Kunsthandwerk gibt es auch beim Pietra-Dura unterschiedliche Qualitäten. Bei den von uns angeboten Objekten handelt es sich um Kunstwerke, die mit der größtmöglichen Akribie und Genauigkeit gefertigt wurden. Oft kann man nur unter der 10-fach-Lupe erkennen, dass es zwischen der Grundplatte und den Einlagen überhaupt einen Spalt gibt.

2 Detail-Bilder im Vergleich:
Beispiel einer minderwertigen Arbeit
Beispiel einer hochwertigen Arbeit
Da die Technik des Pietra-Dura sehr zeitaufwändig und mühsam ist, und die ständige Wasserkühlung bei den Schneide- u. Schleifarbeiten ein feuchtes Werkstatt-Klima schafft, klagen die wenigen verbliebenen Werkstätten über Mangel an Nachwuchs.
 
 
Copyright © 2004 La Pendule GmbH

 

 

 

 


zurück zur Startseite